Innovationsfelder

Gemeinsame Wirkung

In allen Innovationsfeldern geht es darum, die Kreisläufe von Erzeugnissen, Waren, Dienstleistungen, Energie- und Geldströmen im Ort so weit wie möglich wieder zu schließen. Dadurch kann das Dorf, die Ressourcen und Stärken, die es vorweist auch für sich selbst nutzen und ist nicht mehr so sehr von externen Kräften abhängig bzw. verliert nicht zu viel Energie und Geld durch sichtbare und verdeckte Abgaben an Dritte. Das erhöht die Resilienz auch bei überregionalen und weltweiten Krisen und Ressourcenknappheit und sichert die Autarkie und die Möglichkeit der Selbstversorgung zumindest in den Bereichen der Grundbedürfnisse wie Ernährung und Energie.

Unsere 10 Innovationsfelder

IF 1 Gemeinschaftsbildung

Gemeinschaft ist das bindende Element in den Dörfern. Bewusst sollen Methoden zum Einsatz kommen und Strukturen implementiert werden, die allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich entweder in kleineren Nachbarschaften, in Themengruppen zu engagieren und damit durch strukturelle Angebote sich mehr eingebunden zu fühlen, sich Stärken orientiert einzubringen und über gute Kommunikation auch mitzubekommen, wann und wo man sich einbringen kann. Auch fest implementierte gegenseitige Hilfs- und Unterstützungsstrukturen sind ein Merkmal für eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Sie bildet den Nährboden für das Empowerment.

IF 2 LebensBildung

Das vorhandene Wissen im Dorf erhalten, wiederbeleben und in Befruchtung mit neuem Wissen und neuen Impulsen zu bringen, damit Tradition nicht verloren geht und doch Fortschritt möglich ist. Das ist das Ziel des IF 2. Ergänzende Angebote zu Schule und Kindergarten, Dorfakademien, dorfübergreifende Bildungsangebote sind Möglichkeiten, dieses Ziel in neue Strukturen zu fassen.

IF 3 Gesundheit und Pflege

Das Angebot sollte aufsuchend und mit ehrenamtlichen Gesundheitscoaches unterstützt werden. Damit die älteren und pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger bis zum Schluss im Dorf bleiben können, profitieren sie von einem gemeinschaftlich organisierten Unterstützungssystem bis hin zum Umzug in dorfeigene Pflegewohneinheiten. Ein Gesundheitshaus, unterstützt von einer „Gemeindeschwester“ und tageweise auch von Ärzten, koordiniert die Leistungen und bietet Beratung und Unterstützung an. Die Leistungen des Gesundheitshauses können genossenschaftlich organisiert sein. Wenn alle einzahlen, wird es zu einer Art Krankenversicherung, auf die man im Bedarfsfall zugreifen kann.

IF 4 Nachhaltige Bau- und Wohnkultur

Hier gehen wir dreistufig vor: Bei Altbeständen und Leerständen fragen wir zuerst, ob der Bestand erhaltenswert ist. Auch wenn wir die Gebäude entkernen und neu überbauen, gehören diese Maßnahmen noch in die Bestanderhaltung. Die zweite Variante ist dann das Upcycling nach der Cradle-to-Cradle-Methode. Dabei wird ein Materialkataster der alten Bausubstanz erstellt und entsprechend sortiert abgetragen. Eine Wiederverwendung eines zu definierenden Prozentsatzes von dem abgetragenen Material wird verpflichtend für alles neu zu Errichtende vorausgesetzt. Auch Methoden, das Schadholz aus den umliegenden Wäldern zu verwenden, wird bedacht. Da wir davon ausgehen, dass der Innovationscharakter der Zukunftsdörfer für Zuzug sorgt, werden in allen Dörfern auch Dorferweiterungsbauten notwendig sein. Dabei wollen wir modulartig bauen mit Systemen die rückbaubar, zerlegbar und wiederverwendbar sind.
Beim Bauen sollten ausschließlich nachhaltige Baustoffe verwendet werden und ein hoher energetischer Standard erzielt werden, d.h. niedriger Energieverbrauch und Nutzung regenerativer Energie. Zu achten ist auf eine Reduktion von Flächenverbrauch, eine Schwerpunktsetzung auf zeitgemäße Wohnformen im Innenbereich der Dörfer. Gemeinschaftliche Bauformen sollen integriert werden.

IF 5 Postfossile Mobilität

Die Anzahl der Autos pro Familie ist stark angestiegen. Durch das Angebot einer Carsharing-Flotte vom E-Bike bis zum Mannschaftsbus, gut organisiert durch eine App, soll die Anzahl an PKWs pro Haushalt minimiert und zu gemeinschaftlich organisierten Fahrten angeregt werden. Es soll geprüft werden, ob regionale Unternehmen vernetzt und der ÖPNV besser mit eingebunden werden kann.

Du kannst die Zukunft gestalten!

IF 6 Energie und Stoffströme

In der Beobachtungsphase des Partizipationsprozesses werden alle derzeitigen Stoffströme im Dorf sichtbar und bewusstgemacht. Die neu aufgebaute oder zu erweiternde Blau-Grüne Infrastruktur wird in einen dorfeigenen Klima- oder Energiepark zentral zusammengefasst, organisiert, gemanagt und verwaltet. Ziel ist es, durch Einbeziehung von Sonne, Wind, Wasser und Karbonisierungsanlagen eine weitgehende Energieautarkie zu erreichen.

IF 7 Neue Arbeitsfelder

Alle Innovationsfelder erzeugen Arbeit und damit auch Arbeitsplätze. Im Bereich Bildung, Gesundheit, Erzeugen, Ernähren, Energie und Mobilität werden neue Kreisläufe dafür sorgen, dass vor Ort erzeugt wird, was bisher eingekauft wurde. Dienstleistungen sollen lokal erfolgen, aber auch ortsübergreifend von mehreren Zukunftsdörfern genutzt werden. Es können sich auch wieder kleinere Startups und Neugründungen ansiedeln, Einheimische und Zugezogene können sich Neben- und Haupterwerbsquellen erschließen. In Coworking-Spaces bieten die Gemeinden diesen Kleinunternehmern Räume an, die sie vernetzen und stärken.

IF 8 Erzeugen und Ernähren

Hier nähern wir uns in der Beobachtungsphase des Partizipationsprozesses durch genaues Aufzeigen und transparent machen der Warenbeschaffungs- und Verwertungswege. Unsere Experten für Boden und Ernährung zeigen im Symposium neue Methoden der Landwirtschaft wie Agroforstsysteme, Waldgärten und Microfarmingbeete auf. Ziel ist es, als Dorf wieder autarker zu werden und soweit möglich sich wieder von den eigenen Flächen zu ernähren. Produkte, die bereits vor Ort erzeugt werden, sollen auch im Ort verbraucht werden.

IF 9 Ein Ort fürs große Ganze

Neben Orten fürs Arbeiten, für Gemeinschaft, für Bildung und Gesundheit brauchen viele Menschen auch einen Ort zum Auftanken und zum Rückzug. So kann in den Dörfern ein offener und für jeden zugänglicher Meditationsraum geschaffen, der zum Rückzug, zur Stille alleine oder in kleinen Gruppen einlädt. Dieser Ort wirkt religionsübergreifend und friedensstiftend.

IF 10 Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften

In der Beobachtungsphase werden auch die derzeitigen Geldströme aufgezeigt und in den Symposien vorgestellt, welche Möglichkeiten es bereits gibt, Geldströme umzulenken und wieder für das Dorf und seine Menschen nutzbar zu machen. Auch alternative Wirtschafts¬modelle wie Tauschsysteme, Anerkennung von ehrenamtlichen Zeiten und Regionalwäh¬rungen sind möglich.